Gebäude

 Konzept der Ganztagsgrundschule Saarbrücken-Scheidt

 

  1. Unsere Schule versteht sich als offener Lebens- und Lernort für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft
    1. Ein Ort, an dem wir den Kindern durch die Gestaltung ihrer Umgebung die Möglichkeit geben, selbstständig, verantwortungsvoll zu handeln, zu lernen und zu reflektieren
    2. Ein Ort, an dem die Kinder zu Mitgestaltung und Verantwortung für sich selbst, die Natur, andere und zukünftige Generationen befähigt werden
    3. Ein Ort, an dem Kinder mit Kopf, Hand und Herz lernen. Dadurch gewinnen sie fächerübergreifende Erkenntnisse, werden weltoffen und integrieren neue Perspektiven in ihr Wissen
    4. Ein Ort, an dem Kinder ihren Fähigkeiten und Anlagen entsprechend lernen und hierbei individuelle Unterstützung finden
    5. Ein Ort, an dem alle mit Empathie, Achtung und Akzeptanz miteinander umgehen und an Entscheidungsprozessen partizipieren können
    6. Ein Ort, an dem jeder lernen kann, seine Gefühle zuzulassen, anzunehmen und mit ihnen umzugehen
    7. Ein Ort, an dem wir großen Wert auf Zusammenarbeit und Transparenz legen
  2. Besondere Schwerpunkte unserer Arbeit
    1. Gebundener Ganztag: Rhythmisierung und Verzahnung
    2. Selbstgesteuerte Lernzeit (SegeLzeit)
    3. Gesundheit und bewegtes Lernen
    4. Lese- und Rechtschreibförderung
    5. Handelnder Mathematikunterricht und Förderung von Anfang an
    6. Mitbestimmung und Mediation
    7. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Fairtrade 
    8. Kooperation KiTa und Schule
    9. Perspektivisch: Arbeit mit digitalen Medien

 

1. Unsere Schule versteht sich als offener Lebens- und Lernort für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft

Mitglieder der Schulgemeinschaft sind:

  • Schüler*innen
  • Lehrer*innen
  • Erzieher*innen und Sozialpädagoge des sozialpädagogischen Bereiches (SPB)
  • Sekretärin und Hausmeister
  • Hauswirtschafts- und Reinigungskräfte
  • Eingliederungshelfer*innen
  • Eltern
  • Mitglieder des Fördervereins
  • außerschulische Kooperationspartner
  • ehrenamtliche Mitarbeiter und alle, die sich an unserer Schule engagieren.

Durch regelmäßig erscheinende Elterninfos und über die Schulhomepage sind die Mitglieder unserer Schulgemeinschaft stets über das Leben und Lernen in der Schule informiert.

1.1 Ein Ort, an dem wir den Kindern durch die Gestaltung ihrer jetzigen und zukünftigen Umgebung die Möglichkeit geben, selbstständig, verantwortungsvoll zu handeln, zu lernen und zu reflektieren.

Das Herz der Schule ist die Aula im Hauptbau.

Dort finden gemeinsame Aktivitäten aller Schulmitglieder statt:

  • Gemeinsame Treffen
  • Theater- und Musikvorführungen
  • Lesungen
  • Feste und Feiern (z.B. Adventsfeiern,…)
  • Präsentation von Projektergebnissen aus Klassen, Klassenstufen, Neigungsgrup­pen,…

Alle anderen Räume sind um die Aula gruppiert. Die zweite Etage hat eine Galerie und eine Brücke über die Aula.

Die Klassenräume einer Klassenstufe liegen nebeneinander und sind durch einen Zwischen­raum miteinander verbunden. Dieser Zwischenraum wird von beiden Klassen als Förder- bzw. Differenzierungsraum oder als dritter Raum bei gemeinsamer Stationen- und Werkstattarbeit genutzt.

Die Patenklassen befinden sich immer auf der gleichen Ebene, was die Kooperation wie zum Beispiel Patenlesen, erleichtert.

Hauptbau (Baujahr 2004)

Obere Etage

In der oberen Etage befinden sich die Räume der Verwaltung (Sekretariat, Schulleitungs-büro, Büro SPB, Kopier- und Materialraum) sowie Toiletten und Putzräume.

Für die Mitarbeiter*innen stehen ein Teamraum für Pausen und ein Arbeitsraum zur Verfü­gung.

Die Klassenräume der Schuljahre 1 und 3 befinden sich ebenfalls hier. Der Differenzierungsraum von Klassenstufe 3 wird ebenfalls als Mediationsraum genutzt. Das erste Schuljahr ist immer in den Räumen untergebracht, die am nächsten zu den Toiletten, dem Schulhof und der Verwaltung gelegen sind.

Auch die drei Essräume sind hier untergebracht, in denen in zwei Schichten gegessen wird.

Untere Etage

Die Klassenstufen 2 und 4 befinden sich in der unteren Etage. Zudem befindet sich im Erdge­schoss ein separater Raum zur Förderung durch die Förderschullehrer*innen.

Für künstlerische und handwerkliche Arbeiten steht uns ein gut ausgestatteter Werkraum zur Verfügung. Hier wird getöpfert, gehämmert, gesägt, gemalt, gebastelt, geforscht... Eine Tür führt nach draußen in einen Werkhof. Im Sommer kann somit unter freiem Himmel gearbeitet werden.

Musikalische Aktivitäten finden im Musiksaal statt. Eine Orgel, ein Flügel, Orffinstrumente und zahlreiche Rhythmusinstrumente bieten die Grundlage für einen interessanten Musik-unter­richt.
Der Musikraum wird auch als Filmraum genutzt. Die Wände des Musikraums lassen sich öff­nen und beiseite schieben, wodurch die Aula auch für Großveranstaltungen genutzt werden kann.

Auf der Schulhofseite befinden sich im Keller Lagerräume, Technikräume, Toilettenräume, ein Archiv- und ein Maschinenraum.

In Planung ist noch ein Snoezelraum in der unteren Etage, der den Bedürfnissen der Kinder nach Ruhe und Entspannung Rechnung tragen soll.

Anbau (Baujahr 2018)

Zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 wurde unser Anbau eröffnet. In diesem befinden sich weitere Gruppen-und Funktionsräume (für Spiel, Rückzug und Entspannung, Bewegung, Kre­ativität und Mediennutzung), die der gesamten Schule zur Verfügung stehen. Die verschiede­nen Farben der Etagen erleichtern den Kindern die Orientierung.

In der untersten grünen Etage befindet sich der Kletterraum (Dschungel) und daran angren­zend ein Gruppenraum mit Bauangeboten und Brettspielen.

Die mittlere blaue Etage dient mit ihrer Bibliothek als Medienetage mit einer integrierten Ruhe-Ecke. Auch in dieser Etage befinden sich Brettspiele, große Schachbretter und auch Bauge­legenheiten.

In der oberen gelben Etage gibt es eine Bistroküche für Koch- und Backaktionen sowie eine Rollenspielecke und ein Bastel-Atelier für künstlerische Angebote.

An einem Vormittag in der Woche werden diese Räume vom gleich nebenan gelegenen Kin­dergarten benutzt. Hier bereiten sich die Kinder des Kindergartenjahres 3 auf ihren baldigen Schulbesuch vor.

Ein Aufzug im Neubau trägt zur Barrierefreiheit bei.

Ergänzt wird das Schulgebäude durch eine gegenüberliegende Turnhalle.

1.2 Ein Ort, an dem die Kinder zu Mitgestaltung und Mitverantwortung für sich selbst, die Natur, andere und zukünftige Generationen befähigt werden.

Die Unterrichtsformen sind sehr vielfältig und orientieren sich an den pädagogischen Maximen der (Eigen)verantwortung, der Selbsttätigkeit und der Kooperation als grundlegende Voraus­setzungen zum kognitiven und sozialen Lernen. Differenzierung nach Förderbedarfen ist selbstverständlich. Mitgestaltung und Mitverantwortung wird in vielen weiteren schulischen Be­reichen geübt:

  • selbstgesteuerte Lernzeit (SegeLzeit)
  • gemeinsame Einführungen, Besprechungen und Gespräche im Sitzkreis
  • regelmäßige Übungszeiten in Einzel- oder Partnerarbeit
  • Auseinandersetzungen mit einem Sachthema in Gruppenarbeit
  • Schreib- und Rechenkonferenzen
  • Werkstattunterricht/Stationenlernen zur vielfältigen Auseinandersetzung mit einem Thema
  • Projektwochen, Projekttage,…
  • Einbeziehen von mitgebrachten Gegenständen und Büchern zu einem Unterrichts­thema
  • Klassenübergreifende Aktivitäten und Lerngänge
  • Pflege von Hochbeeten/Schulgarten
  • Klassensprecher*innen
  • Klassenrat
  • Mediation
  • Schülerparlament
  • Ziel des Monats
  • ....

Klassendienste (Tafel-, Kehr-, Blumen-, Aufräumdienst usw.) leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des gesellschaftlichen Zieles der Mitverantwortung.

Im Rahmen unserer Demokratieerziehung werden ab dem 2. Halbjahr der Klasse 1 immer zwei Klassensprecher*innen pro Klasse gewählt, die die Klassen im Schüler­parlament vertreten (siehe Punkt 2.5 Mitbestimmung und Mediation).

Die Schüler*innen sollen dazu befähigt werden

  • sich aktiv ins Schulleben einzubringen
  • kritisch zu denken
  • demokratisch zu handeln
  • Verantwortung zu übernehmen

Bei vielen wichtigen Entscheidungen wurden und werden die Kinder unserer Schule einbezo­gen (Schulhofgestaltung, Erstellen und Überprüfen der Schulregeln,…).

Ebenso werden ihre Eltern und andere wichtige Vertreterinnen unserer Schulgemeinschaft in unser Schulleben einbezogen: Diese können sich aktiv in den Alltag einbringen z.B. bei Pro­jektwochen oder Projekttagen, Begleitung bei besonderen Unterrichtsveranstaltungen, Schwimmbegleitung, etc.

1.3 Ein Ort, an dem die Kinder mit Kopf, Hand und Herz lernen. Dadurch gewinnen sie interdisziplinäre Erkenntnisse, werden weltoffen und integrieren neue Perspektiven in ihr Wissen.

Handelndes Lernen, Wecken von Neugier und Entdeckergeist bilden neben der Pflege einer guten Beziehungsarbeit zwischen den Bezugspersonen und den Kindern eine elementare Grundlage unserer Arbeit. Es soll allen Kindern durch Lernen mit allen Sinnen ermöglicht wer­den, individuelle Lernerfolge und Fortschritte zu erzielen und zu erkennen. Vielfalt ist uns wich­tig, ebenso der Blick über den Tellerrand. Das interkulturelle Lernen wird auch durch den Fran­zösischunterricht ab Klasse 1 gefördert.

Kognitives, soziales und handelndes Lernen werden an unserer Schule in vielfältiger Weise eingeübt. Nicht nur in alltäglichen Unterrichtssituationen, sondern auch durch besondere Un­terrichtsformen und den Besuch außerschulischer Lernorte. Das Lernen mit Kopf, Herz und Hand (nach Johann Heinrich Pestalozzi, 1746-1827) findet in unserem Unterrichtsalltag auf unterschiedliche Art und Weise Beachtung:

  • Projektunterricht (z. B. Märchen als Schattenspiel - Text erarbeiten (Kopf) - Schatten­spielfiguren herstellen (Hand) - Musik, Sprache und Darbietung (Herz))
  • ABC mit allen Sinnen (z. B. Buchstaben lesen und schreiben (Kopf) - Buchstaben mit Geschichten verbinden (Herz) - Buchstaben formen (Hand))
  • Zahlen mit allen Sinnen (z. B. Zahlen schreiben und damit rechnen (Kopf) - mit Partner zusammen (Herz) - Zahlen fühlen (Hand))
  • Aufsatzerziehung (z. B. Aufsatz schreiben (Kopf) - Rollenspiel dazu (Herz) - dazu ma­len und basteln (Hand))
  • Erarbeitung Wortarten (Wortarten unterscheiden (Kopf) - Einführung durch Wortartenmärchen (Herz) - Wortarten handelnd mit entsprechendem Material bestimmen (Hand))
  • Theaterbesuch (z. B. Märchen zum Theaterstück lesen und im Deutschunterricht erar­beiten (Kopf) - Vorstellung besuchen (Herz) - zum Theaterstück malen oder Kunstob­jekt herstellen (Hand))
  • Leseprojekte (Bücher lebendig werden lassen) - Bundesvorlesetag
  • Bienenprojekt (Wildbienenhäuser, Beobachtungsstationen, Honig schleudern…)
  • BNE-Projekttage
  • Kontaktpflege und Austausch mit der Partnerschule in Lachambre im Rahmen des Französischunterrichts ab Klasse 1

Ein weiteres wichtiges Erfahrungsfeld für unsere Kinder ist die Begegnung und Zusammenar­beit mit örtlichen Einrichtungen (Kindergarten, Feuerwehr, Kirchengemeinden, Sportvereine, ...) und mit Kooperationspartnern (Imker, Fairtrade-Initiative Saarbrücken, Netzwerk Entwick­lung Saarland - NES, Universität des Saarlandes - Fit in Deutsch/individuelle Diagnose und Förderung in Mathematik, BUND, Kinderschutzbund, Lernpaten Saar, Stadtbibliothek, Bödecker-Kreis, ...).

1.4 Ein Ort, an dem Kinder ihren Fähigkeiten und Anlagen entsprechend lernen und hierbei individuelle Unterstützung finden.

Täglich erfahren die Kinder im Unterricht, dass sie in ihrem Tempo lernen können und geför­dert werden (Differenzierung).

Die SegeLzeit (selbstgesteuerte Lernzeit) ermöglicht durch individuell passende Lernangebote eine binnendifferenzierte Förderung im Klassenverband. Förderstunden, die auf Wunsch der Klassenlehrer*innen möglichst von diesen erteilt werden, ergänzen die SegeLzeit und sind für Einführungen in Kleingruppen bzw. im Plenum oder auch für gemeinsame Übungen innerhalb der Gesamtgruppe in den Bereichen Deutsch und Mathematik bestimmt (siehe SegeLzeit un­ter Punkt 2.2).

Zudem sind für die Klassenstufen 3 und 4 je eine Wochenstunde für Lese-Rechtschreib- För­derung (LRS) im Stundenplan verankert, die mit einer kleinen Gruppe im Rahmen einer äuße­ren Differenzierung stattfindet. Dort werden Aufgaben angeleitet, die wiederum in der SegeL­zeit weitergeübt werden können.

Eine Sprachförderlehrerin führt im ersten Halbjahr eine DAZ Förderung durch, für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Außerdem leiten Lehrer*innen im gesamten Schuljahr DAZ-Gruppen, die sich jahrgangsübergreifend zum einen aus Kindern der Klassenstufen 1 und 2 zusammensetzen, zum anderen aus Kindern der Klassenstufen 3 und 4.

Einheitlich liegt in allen 4 Jahrgängen montags in der ersten Stunde eine Förderstunde Deutsch, in der der Kompetenzbereich Sprechen und Zuhören im Rahmen eines Wochenen­derzählkreises geschult wird.

Dreimal jährlich (Oktober, Januar und Mai/Juni) finden klassenweise Förderkonferenzen statt.

Grundlage der Förderkonferenzen sind die schulinternen kompetenzorientierten Entwicklungs­protokolle mit dem Ziel, jeden Schüler/jede Schülerin, dem individuellen Lernstand entspre­chend, optimal zu fördern und zu fordern.

Bei der schriftlichen Rückmeldung von Lernergebnissen, Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten sowie im Dialog mit Eltern und Schüler*innen ist eine wertschätzende und konstruktive Haltung die Grundlage für eine gelingende Förderung und Zusammenarbeit.

Die Schule versucht auf vielfältige Art und Weise der zunehmenden Vereinzelung unserer Ge­sellschaft durch gemeinschaftliche Projekte und Arbeitsweisen entgegenzuwirken.

Die verschiedenen Neigungsgruppen helfen den Kindern, Talente, Anlagen und Fähigkeiten zu finden bzw. zu fördern. Sie ergänzen das unterrichtliche Angebot und sprechen die Kinder ganzheitlich an.

Dabei gibt es jedes Jahr wechselnde jahrgangsübergreifende Angebote aus verschiedenen Bereichen (Sport, Handwerk und Kunst, Naturwissenschaft, Musik, BNE und Fairtrade).

Die Pädagogischen Tage werden jedes Jahr gemeinsam im Kollegium nach den aktuellen Schwerpunkten der Schule thematisch festgelegt und durchgeführt. Ein gemeinsamer Tag mit dem Team des SPB ist fest etabliert.

1.5 Ein Ort, an dem alle mit Empathie, Achtung und Akzeptanz miteinander umgehen und an Entscheidungsprozessen partizipieren können.

Wir sind Mediationsschule.

Klassenrat, Schülerparlament und Ziel des Monats sind fest verankert.

Die Schule bietet den Kindern eine Praxis gemeinsamer Normen und Werthaltungen an. Sie bietet Möglichkeiten zum Erwerb von partizipativem, kooperativem und von Fairness bestimm­tem Verhalten.

Gemeinsam mit den Schüler*innen aufgestellte und positiv formulierte Schulregeln schaffen den Rahmen für ein freundliches Miteinander. Sie werden in regelmäßigen Abständen im Rah­men des Schülerparlamentes auf ihre Aktualität überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Konsequenzen bei Nichtbeachtung der Regeln sind transparent und einheitlich festgelegt. Po­sitive Rückmeldung bei der Beachtung der Regeln bestätigen die Kinder in ihrem richtigen Verhalten.

Im Rahmen unseres Ziels des Monats rücken die einzelnen Schulregeln monatsweise in den Fokus der Schulgemeinschaft. Die Bedeutung der jeweils im Fokus stehenden Regel wird in der Aula gemeinsam besprochen, die tägliche Umsetzung im jeweiligen Monat trainiert und dadurch gefestigt.

1.6 Ein Ort, an dem jeder lernen kann, seine Gefühle zuzulassen, anzunehmen und mit ihnen umzugehen. und mit ihnen umzugehen.

Jede Woche beginnt mit einem Morgenkreis. Dieser bietet den Kindern die Chance, nach dem Wochenende langsam im Unterrichtsalltag anzukommen, Erfahrungen, Wünsche und Prob­leme einzubringen und zu besprechen.

Auch der Klassenrat bietet den Kindern Gelegenheit, ihre Gedanken und Gefühle mitzuteilen. Er findet in allen Klassen einmal wöchentlich statt.

Alle Bezugspersonen sind jederzeit Ansprechpartner für die Belange der Schüler*innen und bieten „ein offenes Ohr“ an.

Mediatoren helfen bei Konflikten, mit diesen ruhig umzugehen und Gefühle auszudrücken, ohne den anderen zu verletzten (siehe auch Punkt 2.6 Mitbestimmung und Mediation).

1.7 ​​​​​​Ein Ort, an dem wir großen Wert auf Zusammenarbeit und Transparenz legen

Eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns wichtig.

Eltern und Schule haben einen gemeinsamen Erziehungsauftrag.

Kooperation ist eine wichtige Grundlage, um ein optimales Lernumfeld für Kinder zu schaffen. Ein konstruktiver Austausch zwischen Elternhaus und Schule, gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen sind uns wichtig.

Durch Transparenz und Information wollen wir bestmögliche Bedingungen schaffen, um Ver­trauen in unsere Arbeit zu entwickeln.

Transparenz zur Arbeit in der Segelzeit

Lerntagebuch, Teilarbeitspläne und Jahresplan sind wichtig für Struktur und Transparenz für Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen.

In den Lerntagebüchern befinden sich die Teilarbeitspläne in Deutsch, der Matheplan - jeweils mit festgelegten Zieldaten - als Orientierung sowie der Jahresarbeitsplan in Deutsch als Ge­samtüberblick.

Die Lerntagebücher befinden sich immer im Ranzen. Sie dienen dem Überblick und dem ge­genseitigen Informationsaustausch.

Bei Anliegen können Eltern per Lerntagebuch, über das Sekretariat bzw. über Mail einen Ge­sprächstermin vereinbaren. Die Lehrer*innen nehmen bei Bedarf ebenfalls Kontakt zu ihnen auf.

Am ersten Klassenelternabend des Schuljahres werden die groben Themen der einzelnen Fä­cher vorgestellt, ebenso der Stundenplan und die Namen der unterrichtenden Lehrer*innen.

Des Weiteren erhalten die Eltern Gelegenheit in jeder Klassenstufe das Material, mit dem ihr Kind arbeitet, selbst in einer Eltern-SegeLzeit kennenzulernen.

Durch wöchentliche Zeigetage erhalten Eltern die Gelegenheit, das Material zu sichten, an dem ihr Kind gerade arbeitet und erhalten bei Bedarf Rückmeldung zur zusätzlichen häusli­chen Förderung.

 

Transparenz zu Leistungsrückmeldung und Lernstand

Informationen zum Datum und Inhalt eines großen Leistungsnachweises (GLN) erhalten die Eltern eine Woche vorher.

Die Kompetenzraster zu den Leistungsnachweisen geben Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen konkrete Hinweise zu Lernstand und Fördermöglichkeiten.

Zweimal im Jahr bekommen Kinder und Eltern Rückmeldung zur Mitarbeit in allen Fächern.

In den Klassen 1 und 2 finden zum Halbjahr Entwicklungsgespräche mit Protokoll statt (Teil­nehmerkreis: Kind, Eltern, Klassenlehrer*in, ggf. Erzieher*in, Förderlehrer*in).

Die Jahreszeugnisse in Klassen 1 und 2 enthalten eine Verbalbeurteilung über Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten, den Lernfortschritt in den einzelnen Fächern und besondere Fähigkei­ten. Es besteht hier ebenfalls die Möglichkeit eines Gespräches zum Jahreszeugnis.

Im dritten Schuljahr enthält das Halbjahres- und Jahreszeugnis eine Verbalbeurteilung zum Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten und Noten in allen Fächern.

Im vierten Schuljahr erfolgt zum Halbjahr ein ausführlicher Entwicklungsbericht mit anschlie­ßenden Beratungsgesprächen zur anstehenden Schullaufbahnentscheidung. Das Jahres­zeugnis besteht aus einer Verbalbeurteilung zu Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten sowie No­ten in den einzelnen Fächern.

Die Schüler*innen erhalten ab Klasse 1 zwei Wochenstunden Französischunterricht. Franzö­sisch ist ein notenfreies Fach. Im Saarland können alle Kinder, die Französisch ab Klassen­stufe 1 lernen, das „DELF Prim-Diplom“ erwerben. Dazu legen sie am Anfang des zweiten Schulhalbjahres in Klassenstufe 4 eine Prüfung ab. Es handelt sich um das Delf-Prim-Diplom s9. Delf Prim ist die erste Stufe in der Reihe der weltweit anerkannten DELF-und DALF-Sprachenzertifikate. Es werden alle vier Kompetenzbereiche geprüft:

  • Hörverstehen
  • Sprechen
  • Leseverstehen
  • Schreiben

Über die schulinternen Maßstäbe der Leistungsbeurteilung bekommen die Eltern am Anfang eines jeden Schuljahres einen allgemeinen Überblick als Elterninfo.

 

Transparenz zum allgemeinen Schulleben

Auf der Schulhomepage befinden sich allgemeine Informationen über unsere Schule und un­seren Schulalltag.

Regelmäßig informiert das Leitungsteam die Schulgemeinschaft in Form von Elterninfobriefen.

Ab dem Schuljahr 2020/2021 werden neben den Klassenelternabenden feste Elterninfoab­ende zu folgenden Themen angeboten:

  • „Gebundener Ganztag": Vorstellung unserer Schule für künftige Schulneulinge
  • Grundprinzipien der Segelzeit - Transparenz im System
  • Rechtschreiben lernen mit der Fresch-Methode (Freiburger Rechtschreibschule)
  • Weiterführende Bildungswege für Klassenstufe 4
  • SPB/Hort

Infoabend mit sozialpädagogischem Schwerpunkt (z.B. Umgang mit Medien).

 

2. Besondere Schwerpunkte unserer Arbeit

2.1 Gebundener Ganztag: Rhythmisierung und Verzahnung

Zum Schuljahr 2016/2017 wurde unsere Freiwillige Ganztagsschule sukzessive in eine Ge­bundene Ganztagsschule umgewandelt. Mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 sind nun alle vier Jahrgänge im Ganztag aufgebaut. Unsere Schule ist auf Zweizügigkeit ausgelegt.

Seit dem Schuljahr 2018/2019 können die neuen Räumlichkeiten im Anbau genutzt werden. Das Team besteht aus Grund- und Förderschullehrer*innen, Erzieher*innen, ei­nem Sozialpädagogen als Leiter des Sozialpädagogischen Bereiches und der Schulleiterin.

Eingliederungshelfer*innen begleiten Kinder mit besonderem Förderbedarf.

Ein wesentlicher Aspekt im Gebundenen Ganztag stellt die veränderte Rhythmisierung dar. Ziel ist es, die Tagesstruktur sinnvoll auf die kindlichen Bedürfnisse abzustimmen, sodass ein Wechsel von Phasen der Anspannung und Entspannung möglich ist.

Orientierung und Sicherheit bekommen die Kinder durch eine Visualisierung des täglichen Ta­gesablaufes an der Tafel der jeweiligen Klassen.

Unser Zeitkonzept

  1. Block: 8.00 Uhr bis 10.25 Uhr (inklusive 10 Minuten Frühstückspause)

Hofpause von 10.25 Uhr bis 11.05 Uhr

  1. Block: 11.05 Uhr bis 12.35 Uhr

Mittagessen/Freizeit von 12.35 Uhr bis 14.00 Uhr

  1. Block: 14.00 Uhr bis 14.45 Uhr

Anschließend findet einmal wöchentlich Unterricht bis 15.45 Uhr statt. Jedes Kind besucht zudem einmal wöchentlich eine Neigungsgruppe von 14.45 Uhr bis 15.45 Uhr, ansonsten sind die Kinder im Freispiel (ungebundene Freizeit).

Innerhalb der Rhythmisierung und der Tagesstruktur sind die Zeiteinheiten für das sogenannte Freispiel für die Entwicklung der Kinder von großer Bedeutung.

Ein Schulkind sollte pro Tag genügend Zeit zum Spielen haben. Diese Art zu spielen dient nur als „Selbstzweck“, d.h. ist Zwecken gegenüber ungebunden und fern von Beurteilungen. Dabei finden auch informelle Lernvorgänge auf verschiedenen Ebenen statt:

  • Wahl zwischen Aktivität oder Entspannung
  • Erlernen von Autonomie
  • Auseinandersetzung mit der Umwelt
  • Einnahme verschiedener Rollen im Spiel
  • Direkter Umgang mit Kindern verschiedener Altersgruppen 
  • Aushandeln, Erfinden und Lernen von Regeln
  • Soziales Handeln
  • Auswahl von Spielpartner*innen
  • Lösungen für Konflikte suchen
  • Umgang mit Frustration
  • Aufbau von Fähigkeiten 
  • Abbau von Kraftüberschuss
  • Körperliche und geistige Ausgleichsfunktion
  • Erweiterung des sprachlichen Ausdrucks
  • Rückzugsmöglichkeit

Die Kinder der GTGS Scheidt haben in der Hofpause, in der Mittagspause und in der (un)gebun­denen Freizeit (bzw. im integrierten Hort) Zeit zum Spielen. In diesen Phasen haben die Kinder die Möglichkeit, sich für verschiedene Angebote auf dem Schulhof (in der Hofpause und der ungebundene Freizeit) oder im Anbau in den Gruppenräumen (in der gebundenen und ungebundenen Freizeit) zu entscheiden.

Konkret bedeutet das:

  • Zur Entzerrung der Tagesstruktur verteilt sich der Unterricht auf den Vor- und Nach­mittag.
  • Der 45-Minuten-Takt wird zu Gunsten von Unterrichtsblöcken aufgelöst.
  • Die Einhaltung der vom Ministerium für Bildung und Kultur vorgesehenen Stundentafel ist gesichert.
  • Eine Pause von 50 Minuten findet am Vormittag statt (10 min Frühstück in der Klasse, 40 min Hofpause).
  • Die Mittagspause (Mittagspause und Freispiel) dauert 90 Minuten und wird von Er­zieher*innen und Lehrer*innen begleitet.
  • Erzieher*innen wirken unterstützend im Unterricht mit und bringen ihre sozialpäda­gogischen Fähigkeiten ein.
  • Der Sachunterricht ist im Stundenplan so verankert, dass möglichst die Erzie­her*innen in einer Doppelbesetzung unterrichtsbezogene Inhalte mit sozialpädago­gischer Kompetenz praktisch aufarbeiten. Beispiel: Erzieher*innen backen zum Thema Getreide mit den Kindern gemeinsam Brot.
  • Lehrer*innen und Erzieher*innen bieten am Nachmittag Neigungsgruppen an.
  • Eine Kooperation mit außerschulischen Partnern und Vereinen findet statt (Nei­gungsgruppen, Projekttage…).
  • Im gemeinsamen multiprofessionellen Stufenteam tauschen sich die Klassenleh­rer*innen und Bezugserzieher*innen der Stufe zu einer festen Zeit aus.

Im Anschluss an die verpflichtende Schulzeit (montags bis donnerstags von 8.00 Uhr bis 15.45 Uhr, freitags bis 12.35 Uhr) bietet der SPB einen integrierten Hort bis 18.00 Uhr an. Dieses Angebot ist kostenpflichtig und beinhaltet zudem das Ferienprogramm (siehe auch Hortkon­zept).

Ebenso ist es möglich, einen Freitagsplatz zu beantragen, den die Kinder freitags von Schu­lende bis 15.45 Uhr besuchen können.

Eine Ferien- bzw. Hortbetreuung ist – außer an 26 Schließtagen – immer gewährleistet.

 

2.2 Selbstgesteuerte Lernzeit (SegeLzeit)

Wir haben die Umwandlung in den Gebundenen Ganztag als Chance genutzt, ein neues Lern­konzept zu implementieren. Dabei haben wir das bereits praxiserprobte Konzept „Individuelles Lernen mit System“ (vgl. Maike Grunefeld und Silke Schmolke, 2011) unter Einbezug von Montessori- und anderen Freiarbeitsmaterialien an die Gegebenheiten unserer Schule ange­passt.

SegeLzeit bedeutet selbstgesteuerte Lernzeit und findet bei uns in der Regel in einem Block von drei Stunden statt. In dieser Zeit arbeiten die Kinder in ihrem Lerntempo in einer Art „struk­turierter Freiarbeit“ an selbstgewählten Schwerpunkten in Deutsch und Mathematik. Sie pla­nen, ggf. mit Hilfe, ihr Lernpensum selbständig und halten ihre tägliche Planung in ihrem Lern­tagebuch fest.

Zur Orientierung beim Planen dienen Teilarbeitspläne, die auf der Grundlage der saarländi­schen Lehrpläne für die Grundschule erstellt wurden. Diese weisen die entsprechenden Ma­terialien auf, die die Kinder benötigen, um die jeweiligen Kompetenzen zu erwerben. Wichtig ist uns hierbei, das handlungsorientierte Arbeiten zu fördern. Dazu haben wir eine Auswahl an Montessori- und anderen Freiarbeitsmaterialien getroffen, die nach einem übersichtlichen Sys­tem in den Regalen der Klassenräume angeordnet sind.

Dies entspricht auch dem inklusiven Gedanken, da alle Kinder individuell arbeiten und geför­dert bzw. gefordert werden. Somit finden die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen Berück­sichtigung.

Zur besseren Übersicht gibt es zu den drei Teilarbeitsplänen in Deutsch einen Jahresarbeits­plan, auf dem die Kinder die Bereiche anmalen, die sie bereits erarbeitet haben. Dies trägt zur Visualisierung der Lernfortschritte bei und schafft Transparenz. In Mathematik haben wir uns für das Konzept des Matherades (vpm-Verlag) entschieden, welches wir durch sinnvoll darauf angepasste „Matheradpausen“  mit weiterführenden Arbeitsmaterialien ergänzen.

Im gemeinsamen Reflexionskreis am Ende der SegeLzeit tauschen sich die Kinder über ihre individuelle Lernzeit aus, präsentieren ihre Arbeitsergebnisse, geben Tipps und Hilfestellung etc.

Auf Klassenelternabenden und speziellen Themenelternabenden wird die für die Eltern neue Lernkultur ausführlich vorgestellt, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen.

 

2.3 Gesundheit und bewegtes Lernen

Wir legen großen Wert auf Sport und Bewegung. Das offene Arbeiten und die unterschiedli­chen Angebote der SegeLzeit, wie zum Beispiel Wortartenhüpfen, regen die Kinder zum Be­wegen an. Mit örtlichen Sportvereinen arbeiten wir eng zusammen. Unterschiedliche Sport-Neigungsgruppen zählen zum festen Angebot. Der Schulhof bietet zudem zahlreiche Bewe­gungsmöglichkeiten, die die Kinder in der Hofpause und während der ungebundenen Freizeit nutzen. Die Turnhalle und der Kletterraum (Dschungel) tragen außerdem zur Förderung der Motorik bei.

Zur Gesundheitserziehung gehört auch das Thema „Gesunde Ernährung“, welches in unter­schiedlichen Projekten vermittelt wird. Trinken ist wichtig und auch während des Unterrichts möglich. Die Schule verfügt über einen Wasserspender, an dem die Kinder ihre Flaschen auf­füllen können. In einem Elternbrief zum Thema gesunde Ernährung gibt es Anregungen, wie auch die Eltern ihre Kinder hierbei unterstützen können.

Die Schule nimmt außerdem am Schulobstprogramm teil, welches von den Schüler*innen gut angenommen wird. In der Bistroküche wird mit den Kindern unter anderem reifes Obst zu Säf­ten verarbeitet und angeboten. Auch das in unseren Hochbeeten unter regionalem und saiso­nalem Aspekt selbst angebaute Obst und Gemüse kann dort verarbeitet werden.

 

2.4 Lese- und Rechtschreibförderung

Die Leseförderung liegt uns am Herzen. Wir sind Mitglied im Bödecker-Kreis und haben daher regelmäßig Autor*innen in unserer Schule, die unsere Schüler*innen mit ihrer Arbeit als Schriftsteller*innen vertraut machen und aus ihren Büchern vorlesen.

Zu den jahreszeitlich wiederkehrenden Ritualen gehört das Vorlesen selbstverständlich dazu. Ehrenamtliche Paten des Kinderschutzbundes und die Lernpaten Saar üben regelmäßig mit den ihnen zugeteilten Kindern.

Am jährlichen Bundesvorlesetag laden wir im Wechsel einen Autor/eine Autor*in ein bzw. gestalten den Bundesvorlesetag als 3-stündiges Kurzprojekt zu einem bestimmten Thema. An den Projekt­tagen zum Bundesvorlesetag können sich auch immer Eltern und außerschulische Partner einbringen, so dass die altersgemischten Gruppen klein bleiben und das Angebot vielfältig ist.
Im Rahmen des Systems der Patenklassen (Klassen 1 und 3 bzw. 2 und 4) findet regelmäßig Patenlesen statt. Jedes Kind liest seinem Paten vor und umgekehrt. Somit begleiten und un­terstützen Kinder andere Kinder bei ihren Lesefortschritten. Dabei werden Lesefertigkeiten und Lesefähigkeiten (für das Vorlesen: richtig lesen, Pausen einhalten, richtig betonen, Spannung aufbauen, ... für das stille Lesen: Silbenerfassung, schnelles Lesen,…) trainiert. Der Pate hört zu, gibt Lesetipps und Rückmeldung über die Lesefortschritte. Die Kinder lernen dabei auch die eigene Lesefähigkeit und die anderer zu beurteilen.

Der Bücherbus der Stadtbibliothek besucht uns regelmäßig. Die Kinder machen von diesem Angebot regen Gebrauch und entdecken häufig auch Bücher zu Unterrichtsthemen, die sie gerne ausleihen. Die schulinterne Präsenzbibliothek, unser Leseland, bietet ebenfalls eine vielfältige Auswahl an moderner Kinderliteratur zu verschiedenen Themenschwerpunkten und lädt zum Lesen und Recherchieren ein.

Die Rechtschreibung bauen wir nach der Fresch-Methode (Freiburger Rechtschreibschule) auf. Auch hier spielt das ganzheitliche Lernen eine wesentliche Rolle: Sprechen, Bewegung, Schreiben. Auf dem Weg zum „Richtig schreiben“ lernen die Kinder vier grundlegende Strate­gien kennen, die sie auf den Wortschatz der deutschen Sprache anwenden können:

Fresch

Bereits Anfang Klasse 1 üben wir ritualisiert das deutliche Sprechen und schwingen die Wörter mit Bewegung. Auf die Silbenmethode sind dementsprechend auch der Leselehrgang und alle Deutschmaterialien ausgerichtet.

Ab Ende Klasse 1 trainieren alle Kinder zum Start der SegeLzeit ihre Rechtschreibung in Form der Aufgabe des Tages. Zu jeder Strategie gibt es eine auf den Vortag aufbauende Tagesauf­gabe, anhand derer die Schüler*innen den Schwerpunkt trainieren. In einem Freitagsdiktat („Das kann ich schon Aufgabe“) erhalten die Kinder Rückmeldung über ihren Lernfortschritt.

Auch die LRS-Förderung baut auf der Fresch-Methode auf.

Außerdem arbeiten wir mit den Wortartensymbolen von Maria Montessori, die, in einer Wort­artengeschichte verpackt, den Schüler*innen einen kindgerechten Zugang zum Bereich Spra­che und Sprachgebrauch ermöglichen.

 

2.5 Handelnder Mathematikunterricht und Förderung von Anfang an

Lernen findet immer vom Konkreten zum Abstrakten statt.

Um Rechenschwierigkeiten vorzubeugen ist es wichtig, ausreichend konkrete Erfahrungen mit Anschauungsmaterial und Arbeitsmitteln zu machen bzw. einen direkten Bezug zur Le-benswelt der Kinder herzustellen.

„Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war.“ (John Locke, englischer Philo-soph, 1632-1704)

Nach dem Entwicklungspsychologen Jean Piaget (1896-1980) befinden sich Kinder im Grundschulalter in der konkret-operationalen Phase. Lernen muss in dieser Phase mittels Anschauung und Erfahrung verlaufen, bevor es abstrahiert werden kann.

Dabei beziehen wir auch einige von Maria Montessori entwickelte Materialien in unseren Unterricht ein und orientieren uns an folgender Vorgehensweise

(vgl. http://www.matheschwaeche.de/konzept/stufenmodell-piaget.html, zuletzt aufgerufen am 08.05.2020, 11.10 Uhr):

  1. Konkretes Handeln und Umgehen mit Material
  2. Bildhafte Darstellungen
  3. Verkürzung auf ziffernmäßige Handhabung
  4. Bloße Vorstellung und Automatisierung

Großen Wert legen wir auf das praktische Handeln an konkreten, haptischen, begreifbaren, dreidimensionalen Materialien bzw. Gegenständen. Somit fördern wir von Anfang an durch die Auseinandersetzung mit entsprechendem Material den Aufbau einer Zahl- und Opera-tionsvorstellung (was bedeutet „plus“, „minus“,…) und andere wichtige mathematische Basiskompetenzen. Die Kinder sollen tragfähige Grundvorstellungen aufbauen, damit eine Grundlage für das weitere Lernen in Mathematik gelegt wird.

Unsere „Matherad-Pausen“ ermöglichen den Schüler*innen an passendem Material selbsttätig konkrete Erfahrungen zu machen, bevor sie ihr erworbenes Wissen automatisiert auf höherer Abstraktionsebene in unserem Lehrwerk anwenden.

Auch die Versprachlichung der Mathematik ist von Beginn an von Bedeutung und wird vielfältig gefördert (z.B. sprachliche Verknüpfung zwischen konkreter Handlung und theo-retischem Begriff, Erfinden von Rechengeschichten zu einer bildhaften Darstellun etc.).

Im Rahmen der Lehramtsausbildung an der Universität des Saarlandes findet eine Zusam-menarbeit mit dem Seminar „Diagnose und Förderung“ statt.

Die Studierenden vollziehen hierbei die Denkweise von Kindern beim Lösen von Aufgaben nach, um Schwierigkeiten identifizieren zu können.

Danach werden passgenaue motivierende Möglichkeiten der Förderung und Forderung ausgewählt und mit dem Einsatz von Arbeitsmitteln veranschaulicht.

Weiterführende Informationen: www.kira.dzlm.de, Selter, Ch.&Spiegel H. (2018). Kinder & Mathematik. Was Erwachsene wissen sollten. Seelze: Kallmeyer.

 

2.6 Mitbestimmung und Mediation

Einmal in der Woche findet in jeder Klasse ein Klassenrat statt, um das Sozialgefüge der Klasse zu festigen und die Demokratieerziehung zu fördern. Folgende Ziele werden damit ver­folgt:

  • Eigene Meinung bilden und äußern
  • Ideen für die Gemeinschaft vorstellen
  • Lösungsmöglichkeiten für Probleme finden und den Schüler*innen die Gelegenheit ge­ben, sich offen und ehrlich auf ruhige und freundliche Art zu sagen, was einen in der Klasse/Schule freut, bedrückt, ärgert etc.
  • Auch über mögliche Themen für das Schülerparlament wird gemeinsam nachgedacht und den Kindern die Gelegenheit gegeben, sich ins Schulleben einzubringen und mit­zuwirken.
  • In der Klassenratssitzung übernehmen ab Klasse 3 die Schüler*innen selbst folgende Rollen: Leiter*in, Zeitwächter*in, Regelwächter*in, Protokollant*in.

Klassensprecher*innen vertreten die Schulgemeinde im Schülerparlament. Das Schülerparla­ment besteht aus den Klassensprecher*innen und den stellvertretenden Leitungen der Schule (stellvertretende Schulleiterin, stellvertretende Leiterin des SPB) und wird etwa viermal jährlich durchgeführt. Themen zur Mitgestaltung können von einzelnen Klassen/Kindern in einen Brief­kasten eingeworfen werden oder werden von den Klassensprecher*innen aus den Klassen zusammengetragen. Gemeinsam werden sie beleuchtet und dann entschieden, welche Ideen ins Leitungsteam der Schule eingebracht werden sollen. Auch die Schulregeln werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Das stellvertretende Leitungsteam bringt die Themen nach Absprache mit den Klassenspre­cher*innen in die Steuergruppe Schulentwicklung des Leitungsteams zur Schulentwicklung ein und gibt danach Rückmeldung an die Klassensprecher*innen. Diese informieren dann ihre Klassen in einem nächsten Klassenrat.

Mehrere Lehrer*innen und Erzieher*innen sind als Streitschlichter*innen ausgebildet und lei­ten die Kinder bei der Schülermediation zur Konfliktbewältigung an. Die Ausbildung der Schü­lermediator*innen findet im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden Neigungsgruppe statt. Für die Durchführung der Mediation sind feste wöchentliche Zeitfenster im Schulalltag veran­kert.

Auch im Rahmen des selbstgesteuerten Lernens erfahren die Kinder Autonomie und treffen auf der Grundlage der individuellen Pläne eine eigene Auswahl der zu bearbeitenden Aufga­ben.

 

2.7 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Fairtrade

Bienen, Upcycling, Klimaschutz, Hochbeete, Mülltrennung- und vermeidung, Waldräuber, Mediation und Mitbe­stimmung – Nachhaltigkeit ist für uns kein neues Themenfeld. Seit über einem Jahrzehnt füllen wir diesen Begriff mit Leben und das nicht nur im Rahmen von Projektwochen.

In unserem „Whole-School-Approach“ erfahren unsere SchülerInnen täglich, selbstverständ­lich und ritualisiert, was Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bedeutet. Unser Ziel und Anliegen ist es, die heranwachsende Generation zu einem bewussten, nachhaltigen und glücklichen Leben zu befähigen, in dem sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Unser pädagogischer Ansatz zielt darauf ab, ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben füh­ren zu können und auch durchaus Dinge kritisch zu hinterfragen. Die vielfältigen Erfahrungen, die die Schüler*innen in diesem prägenden Lebensalter sammeln, machen sie stark und be­einflussen ihre Persönlichkeitsentwicklung hin zu kritischen, mündigen Bürger*innen, die Ver­antwortung für die Herausforderungen der Zukunft in der „Einen Welt“ übernehmen.

Rückmeldungen und Lebenswege ehemaliger Schüler*innen bestärken uns in der Weiterent­wicklung unseres Schulprofils unter Einbezug der BNE-Gedanken. Wir sind längst nicht am Ziel angekommen. Wir sehen ständig Potential und Handlungsbedarf, Nachhaltigkeit in der Schule weiter voranzutreiben. Die Visionen gehen uns nicht aus: Unsere Entwicklung und Um­setzung des Medienkonzeptes soll unter nachhaltigen Gesichtspunkten erfolgen. Wünschens­wert wäre es auch, bei der Schulverpflegung noch mehr Regionalität und die Verwendung von Produkten aus ökologischer Landwirtschaft anzustreben.

Unser Verständnis von Nachhaltigkeit umfasst soziale, ökologische und ökonomische As­pekte, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren (siehe An­lage zur Umsetzung der SDGs an unserer Schule).

SDGs

Abbildung 2:  https://www.unesco.de/bildung/agenda-bildung-2030/bildung-und-die-sdgs, Stand: 14.05.2020, 09:00 Uhr

Wir haben uns zur Zertifizierung als „Schule der Nachhaltigkeit“ beworben und werden dafür ausgezeichnet.

Drei Lehrerinnen haben die Ausbildung zu BNE-Multiplikatorinnen absolviert.

Wir haben als Schule einen 4-Jahres-Plan entwickelt, um zu gewährleisten, dass alle Schü­ler*innen in den 4 Grundschuljahren eine umfassende Auseinandersetzung mit Themen aus dem Bereich BNE erfahren:

4 Jahres Plan

Zu Beginn jeden Schuljahres findet eine Klimameilenwoche statt, in der die Kinder grüne (für klimafreundlichen Schulweg), blaue (für Energiesparen) und orangefarbene Klimameilen (für regionale Lebensmittel) sammeln und das Thema Klimaschutz im Unterricht aufgegriffen wird.

Alle vier Jahre erfolgt ein Schulfest zu einem Schwerpunkt (2019/20 Eröffnung Gebun­dener Ganztag unter Berücksichtigung des Schulschwerpunktes BNE mit Einladung des Um­weltministers R. Jost, Aufführung „Hainer, der Hai“, BUND-Wassermobil, Verkauf fair gehan­delter Produkte, etc.).

Wandertage finden in der näheren Umgebung statt. Ein Kulturwandertag der ganzen Schule ist der jährliche Besuch des Staatstheaters Saarbrücken (Weihnachtsmärchen) oder Ähnliches.

Bei Ausflügen wird darauf geachtet, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder außerschuli­sche Lernorte fußläufig zu erreichen (z. B. Gofex-Labor an der UdS).

 

Fairtrade:

Seit 2014 sind wir „Fairtrade-Schule“ und engagieren uns für den fairen Handel.

Grundlage für diese Auszeichnung ist der jährliche Nachweis der im Folgenden aufgeführten Kriterien:

  • Kriterium 1

Gründung eines Fairtrade-Schulteams bestehend aus Lehrkräften, Schülern, Eltern so­wie weiteren Interessierten.

  • Kriterium 2

Erstellen eines Fairtrade-Kompasses an der Schule, welcher vom Schulleiter bzw. der Schulleiterin unterzeichnet sein muss.

  • Kriterium 3

Verkauf und Verzehr von fair gehandelten Produkten an der Schule.

  • Kriterium 4

In mindestens zwei Klassenstufen muss in mindestens zwei unterschiedlichen Fächern das Thema „Fairer Handel“ im Unterricht behandelt werden.

  • Kriterium 5

Mindestens einmal im Schuljahr findet eine Schulaktion zum Thema statt.

Neben der Neigungsgruppe „Fair für die Welt“, die sich intensiv mit dem Thema fairer Handel befasst und das zweimal jährlich stattfindende Elterncafé mit Verkaufsstand organisiert, hält der Faire Handel auch im Rahmen des Unterrichts bzw. in Projekten Einzug. Im Laufe der letzten Jahre sind vor diesem Hintergrund auch mehrere Trickfilme gemeinsam mit den Kin­dern zum Thema „Faire Schokolade“, „Faire Klasse“ oder „Pioniere des Wandels“ entstanden. Jährlich führen Klassen Aktionen durch, mit denen sie sich dann beim Wettbewerb der Fair­trade-Initiative „Faire Klasse“ bewerben und dafür ausgezeichnet werden.

2.8 Kooperation KiTa und Schule

Seit dem Schuljahr 2005/2006 haben die KiTa Scheidt und die damals noch Freiwillige Ganz­tagsgrundschule Scheidt ihrer bis dahin schon erfolgreichen Zusammenarbeit eine andere Ba­sis gegeben.

Über die übliche, von der K3 Kommission empfohlenen Zusammenarbeit hinaus, arbeiteten beide Institutionen auf Augenhöhe, um den Kindern den Übergang von der KiTa zur Grund­schule zu erleichtern. Erkenntnisse und Erfahrungen des Modells wurden unter dem Titel „Zu­kunftswerkstatt-Lernen“ - Verzahntes Arbeiten von Schule und KiTa, zusammengefasst. 

Mittlerweile wurde das Kooperationsjahr flächendeckend im Saarland eingeführt. Unser Schu-Ki-Projekt hat sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt und an die veränderten Rahmen­bedingungen (z.B. Inklusion, Gebundener Ganztag; SegeLzeit, etc.) angepasst, um den Kin­dern einen fließenden Übergang zu bereiten.

Lehrer*innen betreuen gemeinsam mit den Erzieher*innen der KiTa die zukünftigen Schulkin­der (Schu-Kis) im Schuljahr vor ihrem Schulbeginn. Den Schu-Kis wird hierbei die Gelegenheit geboten, sich als Lerngruppe kennenzulernen, einen Einblick in das neue System Schule zu bekommen und sich in den schulischen Basiskompetenzen zu erproben.

Lehrer*innen und Erzieher*innen tauschen sich über ihre pädagogischen Konzepte aus und ergänzen sich dadurch bestmöglich. Frühzeitig können gegebenenfalls Förderbedarfe erkannt und Unterstützungshilfen eingeleitet werden, damit die Schu-Kis in der weiteren Lebens- und Lernphase von Anfang an die bestmögliche individuelle Förderung erhalten.

Im Schuljahr 2019/2020 ist die KiTa Scheidt mit dem Schu-Ki-Jahr Konsultationseinrichtung des BMI geworden und stellt anderen Institutionen die Zusammenarbeit mit der Schule vor.

Seit dem Schuljahr 2017/2018 besteht eine weitere Kooperation mit der KiTa Unikate (Univer­sität).

Kurz gesagt:

  • KiTa und Schule gestalten das Vorschuljahr gemeinsam
  • Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • Vermittlung eines positiven Bildes von Schule, Ängste ab- und Vertrauen aufbauen
  • Übergang soll erleichtert werden: Kinder entwickeln Neugier und Selbstbewusstsein

 

2.9 Perspektivisch: Arbeit mit digitalen Medien

Der digitale Wandel mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien wirkt sich auch auf die Lebenswelt der Kinder aus. Die logische Folge ist, dass auch wir im Bildungssystem die zunehmende Mediatisierung und Digitalisierung in unseren Unterrichtsalltag einfließen las­sen und die Chancen der digitalen Bildung nutzen.

Ein zu unserem Schulkonzept passendes Medienkonzept befindet sich in der Entwicklung.

Ziel ist es, ein sinnvolles Zusammenspiel zwischen handelnden Lernerfahrungen und neuen, innovativen Möglichkeiten durch digitale Medien zu schaffen, dies passend in den Unterricht einfließen zu lassen und die Kinder zu einer aktiven und kritischen Mediennutzung anzuleiten.

So wird der Lernprozess der Kinder ganzheitlich und sinnvoll gestaltet, damit die Schüler*innen auf die heutigen Gesellschaftsstrukturen bestmöglich vorbereitet werden.